Die Wühlmaus ist eines der am weitesten verbreiteten Säugetiere in Europa. Sie richtet insbesondere in Zier- und Nutzgärten viel Schaden an und ist daher bei Gartenfreunden nicht besonders beliebt. Allerdings gibt es verschiedene Arten von Wühlmäusen, die den Gartenbesitzern Kummer machen. Wir stellen Ihnen die häufigsten Arten vor und bieten Ihnen Informationen zu den einzelnen Arten.

Wenn sich herausstellt, dass der eigene Garten mit Wühlmäusen bevölkert ist, muss natürlich gehandelt werden. Einige rechtliche Hinweise, wie Sie mit den kleinen Nagern umgehen können, haben wir Ihnen ebenfalls zusammengestellt.

Verschiedene Wühlmausarten

Es gibt insgesamt etwa 150 Wühlmausarten. DerAnhang 1 zur Bundesartenschutzverordnung erwähnt explizit die Arten, welche gejagt und getötet werden dürfen. Sie können Buttersäure für die Wühlmaus verwenden oder zu einer anderen Methode greifen. Folgende Wühlmausarten können Sie vertreiben oder töten.

Feldmaus

Feldmaus

Die Feldmaus ist ein seltener Gast im Garten. (© Dieter TD, Lizenziert unter CC BY-SA 3.0)

Die Feldmaus ist im Durchschnitt etwa 10 Zentimeter lang und wiegen meist zwischen 20 und 30 Gramm. Ihr Lebensraum reicht von Spanien und der Bretagne bis in den Norden von Dänemark und Finnland. Sie liebt vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Äcker, Wiesen und Weiden. Bei der Fortpflanzung setzt die Feldmaus auf viele Nachkommen. Die Tragzeit beträgt nur 21 Tage.

Auffallend ist ihre Entwicklungsgeschwindigkeit. Die Jungtiere werden bis 19 Tage gestillt, sind aber schon nach 14 Tagen geschlechtsreif. Einen guten Monat nach seiner Geburt hat das Jungtier selbst Nachwuchs. Wenn eine Feldmaus im Garten auftaucht, dann muss schnell gehandelt werden, denn sonst wimmelt es von diesen Tieren. Die Feldmaus hat sehr viele Feinde. Vor allem Greifvögel stellen ihr nach, ebenso das Mauswiesel. Natürlich machen auch Hauskatzen Jagd nach dem Tier. Buttersäure ist auch für diese Wühlmaus Art geeignet.

Schermaus

schermaus

Aquatisch lebende Schermaus.

Die Schermaus bringt es auf drei Arten. Für den Gartenbesitzer spielt in erster Linie die Ostschermaus eine Rolle. Die Gebirgsschermaus ist in deutschen Gärten eher selten, die Westschermaus nie anzutreffen. Die Schermaus kann sowohl im Wasser als auch am Land leben. Meist wechselt sie aber nicht zwischen der einen oder anderen Lebensform, sondern die einzelnen Populationen bevorzugen entweder die eine oder die andere Lebensweise.

Die Gänge der Schermaus ähneln denen des Maulwurfs. Auch die Schermaus wirft Erde aus. Allerdings sind die Hügel ein wenig flacher und mit Pflanzenteilen durchsetzt. Die Schermaus frisst in erster Linie Wurzeln, bei Nahrungsmangel auch Schnecken und Insekten. Im Wasser lebende Tiere ernähren sich natürlich in erster Linie von Wasserpflanzen.

Die Ostschermaus gehört zu den größten Wühlmäusen, Sie wird nur von der Bisamratte übertroffen. Die Länge von Kopf bis zum Schwanz beträgt zwischen 13 und 16,5 Zentimeter. Hinzu kommt noch ein Schwanz, der bis zu 9 Zentimeter lang sein kann. Die wasserlebenden Schermäuse sind deutlich größer. Sie pflanzen sich von März bis Oktober fort. Nach einer Tragzeit von bis zu 22 Tagen wirft das Weibchen zwischen 4 und 6 Jungtiere. Die mittlere Lebensdauer beträgt 3,5 Jahre.

Rötelmaus

Die Rötelmaus oder Waldwühlmaus ist eine etwas kleinere Art der Wühlmaus. Der Name leitet sich von der Färbung des Fells ab. Diese Maus lebt bevorzugt im Wald, was den zweiten Namen des Tieres erklärt. Dieses Tier ist nicht geschützt, denn es handelt sich wohl um eines der häufigsten Säugetiere Europas. Sie lebt bevorzugt in Mischwäldern, manchmal auch ein Hecken und in Büschen.

Ein weiterer beliebter Rückzugsort sind Feuchtgebiete. Sie liebt allerdings auch Gärten und baut ihre Nester in Lagerschuppen, Gartenhäusern und Scheunen. Wie die anderen Wühlmäuse auch legt das Tier dicht unter den Boden ihre Gänge an. Diese enden häufig in Blindgängen, in denen sie ihre Nahrungsvorräte lagert. Auch die Aufzucht der Jungen findet dort statt. Die Rötelmaus ist zwischen eineinhalb und sechs Stunden am Tag aktiv, besonders in der Morgen-und Abenddämmerung. Die Rötelmaus lässt sich nicht als nacht- oder tagaktiv einstufen, vielmehr hängt deren Aktivität von verschiedenen Faktoren ab. Falls ein Nagetier mit ähnlichem Nahrungsschema den Garten bewohnt, dass in erster Linie am Tag aktiv ist, weicht die Rötelmaus auf die Nacht aus und umgekehrt.

Bisamratte

bisamratte

Bisamratte im Wasser (© Cephas, Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 )

Der Name dieses Nagers ist irreführend, denn es handelt sich nicht um eine Ratte. Die Bisamratte gehört zu den Wühlmäusen und kommt aus Nordamerika. Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich die Bisamratte in Europa als neue Art angesiedelt. Vermutlich wurden 1905 durch einen Tschechischen Fürsten drei Weibchen und zwei Männchen aus Alaska nach Tschechien gebracht und in seiner Heimat ausgesetzt.

Die Bisamratte spielt für die meisten Gärtner nur eine geringe Rolle, da sich die Tiere in erster Linie in und am Wasser aufhalten. Wer also seinen Garten nicht gerade neben einem Fluss hat, braucht sich um diese Tiere wenig zu Sorgen. Die Tiere sind häufig in der Nacht aktiv, doch hängt auch dieses Verhalten von den äußeren Einflüssen ab. Wenn das Tier nicht gestört wird, dann ist es auch am Tag zu finden. Der Eingang des Biberbaus liegt meist unter Wasser: Steigt oder fällt das Wasser, dann passen sie auch ihren Eingang an.

Aufgrund ihres Lebensraumes ernähren sich die Nager in erster Linie von Uferpflanzen. Die Grabtätigkeit stört in erster Linie die Wasserwirtschaft, weil sie Deiche und Dämme aushöhlen und instabil machen. Sie dürfen die Bisamratte töten oder Sie vertreiben mit Buttersäure die Wühlmaus.

Rechtliche Situation bei den Wühlmäusen

Bei den Wühlmäusen ist die Situation in den meisten Fällen sehr einfach. Wenn eine Wühlmaus den Garten unsicher macht, dann darf dürfen Sie die Wühlmäuse vertreiben und auch töten. Lediglich auf den Einsatz von besonders schmerzhaften Mitteln müssen Sie verzichten. In diesem Fall gilt der Passus wegen Tierquälerei. Das Tier mit einem Stromschlag zu töten, es zu verbrennen oder in einer Lebendfalle verhungern zu lassen, verbietet sich von selbst.

Schäden durch die Wühlmaus

Eine Wühlmaus hat einen sehr hohen Nahrungsbedarf, der sogar noch höher ist als beim Maulwurf. Sie friss bis zu 100 Gramm Nahrung am Tag. Eine Wühlmaus hält auch keinen Winterschlaf, so dass sie auch Vorräte für den Winter benötigt. Eine Wühlmaus frisst an Pflanzen fast alles, was ihr unter die Schnauze kommt. Da das Tier unterirdisch lebt, sind das in erster Linie Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen. Das ist für eine Pflanze teilweise katastrophal, denn sie kann keine Nahrung mehr über den Boden aufnehmen und geht ein. Im Sommer fressen die Tiere oft auch Pflanzen von der Oberfläche. Das ist nicht so schlimm, denn Blätter wachsen schnell wieder nach.

Der Schaden der Wühlmaus beschränkt sich aber nicht nur darauf, dass sie von den Pflanzen nagt. Sie frisst auch Obst und Gemüse. Bei einem starken Wühlmausbefall ist die Ausbeute eines Gemüsegartens geringer. Es gibt also mehrere Gründe, Wühlmäuse zu vertreiben.

Noch einmal kurz die wichtigsten Fakten über die Wühlmaus zusammengefasst:

  • produziert nur flache Hügel, die sogar leicht übersehen werden können
  • Der Eingang liegt seitlich
  • In dem Erdhaufen befinden sich nicht nur Erde, sondern auch Pflanzenteile
  • steht nicht unter Naturschutz