europäischer maulwurf

Ein ausgewachsener europäischer Maulwurf. (© Didier Descouens)

Der Maulwurf ist ein Säugetier und gehört zur Ordnung der Insektenfresser (Eulipotyphla). Die Familie der Maulwürfe (wissenschaftlicher Name Talpidae) besteht aus etwa 35 Arten, die über ganz Eurasien und Nordamerika verbreitet sind. Für den Gärtner in Mitteleuropa ist nur der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) interessant. Andere Arten gibt es bei uns nicht.

Der Maulwurf ist perfekt an das Leben unter der Erde angepasst

Der Maulwurf ist ein gutes Beispiel für ein vollkommen angepasstes Lebeweisen. Seine Sinnesorgane und sein Körperbau ordnen sich vollkommen seiner Lebensweise unter. Das Tier gräbt enge Gänge in den Boden, deshalb ist sein Körper wie eine Walze geformt. Die Gliedmaßen besitzen jeweils fünf Zehen. Die vorderen Gliedmaßen sind wie eine Schaufel geformt. Einzigartig in der Tierwelt ist die Verbindung zwischen Schlüsselbein und Oberarm. Der Oberarm kann gedreht werden und somit schnell und effektiv die Erde aus dem Boden schaffen. Außerdem gibt es an den vorderen Zehen noch einen weiteren Knochen. Dieser hat die Form einer Sichel und ist beim Graben behilflich. Augen sind im Dunkeln sinnlos, so ist der Gesichtssinn kaum ausgebildet.

Der Maulwurf ist zwar nicht vollständig blind, doch mehr als hell und dunkel kann er nicht unterscheiden. Die Aufgabe der Orientierung im Dunkeln übernehmen andere Sinnesorgane. Im Gesicht hat der Maulwurf eine große Anzahl an Tastsinneszellen. Damit kann er vermutlich nicht nur Tastreize aufnehmen, sondern auch elektrische Reize. Letzteres ist für das Aufspüren der Beute wichtig, denn die Muskeltätigkeit kommt durch das weiterleiten elektrischer Ströme zustande. Der Maulwurf kann diese wahrscheinlich wahrnehmen, was ihm das Aufspüren des Tieres erleichtert. Die Muskeltätigkeit ist nichts anderes als das Weiterleiten elektrischer Ströme. Das Tier spürt die Nähe eines Beutetieres dann anhand dieser Ströme. Wenn Sie einen Maulwurf vertreiben wollen, dann machen Sie sich das zu nutze.

Die Ernährung und Fortpflanzung des Maulwurfs

raupen

Stehen beim Maulwurf auf dem Speiseplan: Raupen.

Zwar gehört der Maulwurf zur Ordnung der Insektenfresser, sein Speiseplan beschränkt sich aber nicht nur auf Käfer und Fliegen. Er frisst auch Regenwürmer, Echsen und Nagetiere . Regenwürmer dienen ihnen dabei als Wintervorrat. Tote Regenwürmer nützen ihm wenig, so muss er sie am Leben erhalten. Er beißt Ihnen dazu einfach die vorderen Gliedmaßen ab, so können sie nicht fliehen, bleiben aber trotzdem am Leben. Der Nahrungsbedarf eines Maulwurfs ist sehr groß, da er eine hohe Stoffwechselrate hat. Einen Tag ohne Nahrung übersteht das Tier nicht. Er muss fast die Hälfte seines eigenen Gewichts zu sich nehmen. Das sind bis zu 50 Gramm. Das ergibt im Jahr die stattliche Menge von bis zu 30 Kilogramm. Die Nahrung findet das Tier unter der Erde, doch auch an der Oberfläche geht es auf Beutesuche.

Sozialverhalten

Maulwürfe sind nicht sehr gesellig. Sie finden sich nur in der Paarungszeit zusammen. Meist fällt diese auf den Frühling. Die Tragzeit beträgt etwa vier Wochen. Ein Wurf umfasst normalerweise zwischen zwei und sieben Jungtiere. Diese sind anfangs blind und werden von der Mutter gesäugt. Die zunächst bohnengroßen Tiere werden nach dem zweiten Jahr geschlechtsreif.
Da der Maulwurf einen großen Teil seines Lebens unter der Erde verbringt, kennt er keinen ausgeprägten Tag- und Nachtrhythmus. Es gibt drei Aktivitätsphasen, in denen der Maulwurf seine Gänge anlegt und nach Nahrung sucht. Das Tier hält keinen Winterschlaf. In der kalten Jahreszeit gräbt er seine Gänge tiefer und er lebt von den angelegten Vorräten.

Maulwurfsbau

Der Maulwurf gräbt bis zu einem Meter tief. Die Gänge können aber auch bis zur Oberfläche heranreichen. Die Erde schiebt er nach oben. Dadurch entsteht der Maulwurfshügel. An der Form des Hügels ist der Maulwurf leicht zu erkennen Dieser ist hoch und spitz und sehr fest. Der Hügel liegt nicht direkt unter den Gängen, sondern etwa 15 Zentimeter daneben, denn er drückt die Erde schräg nach oben. Die Gänge sind oft kreisförmig angelegt und mit der Nahrungskammer verbunden. Die Nahrungskammer liegt ein wenig tiefer als die Gänge. Sie ist mit Laubblättern und Moos ausgepolstert.

Alter

Der Maulwurf kann theoretisch bis zu vier Jahre alt werden. Dieses Alter erreicht er aber nur selten. Schuld darin sind viele Feinde, die ihn bedrohen. Er wird unter anderem von vielen Raubvögeln wie Eulen und Bussarde gejagt. Auch Füchse, Marderarten, Hunde und Katzen stellen ihnen nach. Viele Tiere werden kaum älter als ein Jahr.

Schadet der Maulwurf den Menschen?

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Der Maulwurf ist kein ausgewiesener Schädling für den Menschen (Bild: © M.Dufek)

Der Maulwurf wurde jahrhundertelang von Gärtnern verfolgt und der Gedanke, dass dieses Tier schädlich sei für den Garten hält sich hartnäckig.

In Wahrheit stellt sich die Situation folgendermaßen dar:

  • Durch die Grabtätigkeit wird der englische Rasen beeinträchtigt. Außerdem kann der Maulwurfshügel den Rasenmäher beschädigen.
  • Die Grabtätigkeit kann das Wachsen der Pflanzen beeinträchtigen. Es kann vorkommen, dass die Pflanzen nicht mehr genug Erde bekommen. Pflanzen fressen die Tiere nicht
  • Sie fressen zwar auch Regenwürmer, die den Boden auflockern. Das fällt aber kaum ins Gewicht, zumal auch der Maulwurf den Boden auflockert.
  • Es sind meist nur ästhetische Gründe, die den Maulwurf zum Feind machen. Wenn Sie ein Problem mit einem Maulwurf haben, dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie nich mit diesem zusammenleben wollen. Falls das nicht möglich ist, können Sie das Tier höchstens vergrämen (siehe unten)

Der Maulwurf ist geschützt!

Ganz gleich, wie sich die Situation im Garten darstellt, der Maulwurf ist durch die Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung geschützt. Diese listet die streng und besonders geschützten Tiere auf. Dazu Säugetiere in Deutschland sind besonders geschützt (mit Ausnahme vieler Wühlmausarten). Sie dürfen also einen Maulwurf weder fangen, ihn töten oder verletzen oder ihm auf irgendeiner anderen Weise nachstellen. Maulwürfe vermehren sich dann unkontrolliert, wenn diese keine natürlichen Feinde haben. Wenn Sie Ihren Garten möglichst naturnah gestalten, finden sich dort auch Feinde des Maulwurfs ein. Somit stellt sich das Problem kaum.

Wenn ein begründeter Grund vorhanden ist, können Sie von den Naturschutzbehörden eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Sie müssen aber einen wichtigen Grund angeben. Wenn der Maulwurfshügel Ihr ästhetisches Empfinden stört, dann ist das kein wichtiges Argument. Sie können den Maulwurf vertreiben. Sie machen ihm einfach das Leben ein wenig schwerer, so dass er von selbst das Weite sucht. Am besten ist, Sie verwenden Buttersäure für den Maulwurf. Der Fachmann nennt das vergrämen.

Hier noch einmal kurz die wichtgsten Fakten über den Maulwurf zusammengefasst:

  • baut seinen Bau hoch, spitz zulaufend und fest
  • Der Eingang liegt in der Mitte des Hügels
  • Der Haufen besteht aus Erde. Andere Bestandteile enthält er normalerweise nicht
  • steht unter Naturschutz